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Stellungnahme zur Änderung der Oberstufenverordnung

Die Flexibilisierung bei der Wahl der schriftlichen Prüfungsfächer ist durchaus zu begrüßen.Damit wird die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler bei der Wahl der schriftlichen Prüfungsfächer erhöht. Außerdem müssen wie bisher die Ergebnisse aller vier Kurshalbjahre aus den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Geschichte sowie aus einer Profilfremdsprache und aus einer Profilnaturwissenschaft in die Abiturwertung eingebracht werden. Damit besteht nicht die Gefahr, dass das Abitur in Sachsen-Anhalt im Kernbereich in seinem Niveau abgesenkt wird.

Die Möglichkeit, künftig acht Kurshalbjahresergebnisse nicht mehr in die Berechnung der Abiturnote einfließen zu lassen, gibt es in vielen anderen Bundesländern. Deshalb waren die Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt bisherbei der Berechnung der Abiturnote benachteiligt. Auf der anderen Seite ist das Abitur der Nachweis für die Allgemeine Hochschulreife und in diese sollten alle erbrachten Leistungen einfließen. Die Schülerinnen und Schüler haben bei der Anwahl ihrer Fächer in der Sekundarstufe II bereits eine Auswahl von Fächern getroffen und müssen nicht mehr alle Fächer belegen. Wenn nun weitere Leistungen aus einzelnen Fächern nicht in der Berechnung der Abiturnote berücksichtigt werden,sinkt auch die Aussagekraft der Abiturnote über die Leistungsfähigkeit der Abiturientinnen und Abiturienten. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Anstrengungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler in manchen Fächern schon vor dem letzten Schultag erheblich sinkt.

Eine diesbezügliche Zusammenarbeit der Bundesländer wäre für ein vergleichbares Abitur für die Schülerinnen und Schüler wünschenswert und notwendig.

Dem Anlass entsprechend hätte es gereicht, 0 Punkte im mündlichen Prüfungsfach zu erlauben oder eine Wiederholungsprüfung zu ermöglichen. Der Fall tritt sehr selten auf. Die Mehrheit der Prüflinge scheitert an der 100-Punkte-Grenze in der Abiturprüfung.

Wesentlich mehr Schüler scheitern vor der Abiturprüfung trotz erweiterter Versetzungsbedingungen. Das ist das größere Problem. Eine Rückkehr zur verbindlichen Schullaufbahnempfehlung würde hier helfen.

Helmut Pastrik
Landesvorsitzender

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